„Spaß mit Frauenhass“

Ein kurzes Artikelchen zwischendurch, einfach um das loszuwerden, was mir schon öfter durch den Kopf gegangen ist.

Auf dem Antifemblog Geschlechterallerlei gibt es seit einiger Zeit eine Artikelserie, die sich „Spaß mit Männerhass“ nennt. Es soll sich dabei um ein Experiment handeln, wobei in Texten das Wort „Männer“ durch „Juden“, „Ausländer“ oder „Neger“ ersetzt werden soll, um so Männerhass zu demonstrieren.

Was da als originelle Idee verkauft wird, ist allerdings schon eine ältere Idee und wurde bereits in den 70ern von Alice Schwarzer etabliert, als sie in ihrem Gespräch mit Esther Vilar sagte, „man müsse in deren Hass-Pamphlet das Wort Frauen durch Juden oder Neger ersetzen, und das Buch wäre reif für den Stürmer“. Und jeder, der auch nur ein paar Zeilen des Buches kennt, sieht, dass das durchaus legitim war. Der „Spaß mit Frauenhass“ ist also schon weit älter, und dieses rhetorische Mittel ist keineswegs ein neuer origineller Tabubruch, sondern ein längst etabliertes Stilmittel (was Vilar ja seltsamerweise auch nur mittel komisch fand). Es wurde halt nur von der falschen Person angewendet…

Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich dutzende antifeministische Texte und Kommentare sammeln und dieses Stilmittel dort anwenden. Aber da hätte ich verdammt viel zu tun.

„Schach Matt! Hehe!“

Ist es nicht unheimlich praktisch, immer einen goldenen Trumpf aus dem Ärmel zaubern zu können, wenn Fakten auf den Tisch kommen, die man nicht gerne hört? Der goldenen Trumpf, auf den man einfach immer ablenken kann wenn das Thema grad irgendwie unangenehm wird? Das Schachmatt jeder Diskussion.

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Macker und Misandry

Mir stößt regelmäßig einiges auf Twitter sauer auf.

Was sich aber in den letzten Tagen auf meiner Timeline abgespielt hat, stößt mir besonders sauer auf.

Es gibt dort etliche Feministinnen, die regelmäßig darüber twittern, welchen Gewalterfahrungen sie ausgesetzt sind, welche Belästigungen und Übergriffe sie erleben, welche Beleidigungen sie sich anhören müssen. Wenn ich sowas gelesen habe, war mein Gefühl dazu meistens eine Mischung aus Verständnis, Fassungslosigkeit und Wut. Ich habe verstanden, warum sie wütend sind, warum sie Sexismus und Gewalt, und alle Menschen, die sowas verherrlichen und verharmlosen, an den Pranger stellen. Warum sie Leute blocken, weil sie von denen nichts wissen wollen. Ich war solidarisch. Ich habe mit ihnen gemeinsam #aufgeschrien.

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Marc Lepine – Die Geschichte eines Frauenhassers

Vor 24 Jahren, am 06.12.1989 gab es den Amoklauf des damals 25jährigen Kanadiers Marc Lepine, der an der Universität in Montreal 14 Frauen tötete, weitere 8 Frauen und 4 Männer verletzte und schließlich sich selbst erschoß.

Er betrat den Hörsaal seiner Uni, verlangte zunächst die ungeteilte Aufmerksamkeit aller Anwesenden. Als er damit keinen Erfolg hatte, schoß er mit seiner Waffe in die Luft, damit klar wurde, wie ernst er es meinte. Er trennte dann unter Waffengewalt die 10 anwesenden Studentinnen von den Männern, die den Raum verlassen mußten, und erschoß der Reihe nach eine nach der anderen. Als er daraufhin den Saal verließ, schoß er im ganzen Gebäude weiter gezielt auf Frauen, aber auch wahllos auf andere Studenten und Mitarbeiter der Uni. Schlußendlich hielt er sich die Waffe selbst an den Kopf und bereitete seinem Dasein ein Ende.

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Antifeministen plärren empört, weil sich Feministinnen nicht alles gefallen lassen

„SKANDAAAAAAL“ schreien sie beleidigt in die Gegend. Warum? Weil ihr Vorhaben, Adressen von Frauenhäusern zu veröffentlichen, nicht erwünschte Reaktion hervorgerufen hat, nämlich Angst, Ehrfurcht und vor allem Schweigen und Nichtstun, sondern auf breiten Widerstand gestoßen ist, und auch mit rechtlichen Mitteln gedroht wird, bzw bereits eingeleitet wurden. Welch Überraschung. Was glauben die eigentlich? Dass man sich von denen alles gefallen lassen muß? Dass jeder kranke misogyne Gehirnpudding unwidersprochen hingenommen wird? Davon können sie meinetwegen in ihren feuchten Träumen schwärmen, aber die Realität sieht eben anders aus.

Was offenbar nicht in ihre Hirne geht: In Frauenhäusern suchen Frauen Schutz vor Gewalt. Auch wenn es Fälle geben mag, wo eine Frau unberechtigt in einer solchen Einrichtung Unterschlupf sucht, bleibt es dabei, dass ein bekannt werden von Adressen Leib und Leben bedrohter Frauen gefährdet. Das interessiert nicht. Das wird hingenommen. Ob die noch in den Spiegel schauen können, wenn bekannt würde, dass Gewaltopfer von ihren ehemaligen Peinigern aufgesucht, gestalkt, bedroht, angegriffen und ggf. sogar getötet werden?

Mal noch ein Wort zum angeblichen „Hort des Männerhasses“. Wer will es eigentlich einer Frau verübeln, dass sie den Menschen hasst, vor dem sie fliehen mußte? Wäre sie bei ihm geblieben und hätte sich weiter mißhandeln lassen, hätte sie den üblichen Schuldvorwurf bekommen, warum sie denn nicht gegangen ist. Eine Frau, die im Frauenhaus wohnt, IST gegangen, hat also genau die richtige Entscheidung getroffen.

Antifeministentreffen – eine Stellungnahme

Eigentlich wollte ich zu dem Thema gar nichts schreiben, weil ich mir noch nicht sicher bin, wie das zu bewerten ist. Ob als großes polterndes Getöse mit wenig Hintergrund, oder eine echte Chance für Männerrechtler, ihre Anliegen seriös zu formulieren? Nur kurz meine bescheidene Meinung im Voraus: Präsentieren sich die Teilnehmer, welche großteils aus den einschlägigen Communitis stammen, genau so wie sie es öffentlich im Netz tun, haben sie ihre Chance vertan und manifestieren ihr schlechtes Image als hetzerische Pöbeltruppe, deren einzige Fähigkeit es zu sein scheint, mit dem Finger auf andere zu zeigen, endgültig. Schauen wir einfach mal, ob sie ihre Chance nutzen. Wenn nicht, dann eben nicht. Es liegt bei ihnen.

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