Til Schweiger redet Klartext bei Markus Lanz

Was als fröhliche Talkrunde begann, endete in einer emotionalen Debatte beim Thema Kindesmißbrauch/Sexualstraftaten. Til Schweiger, der zunächst gut gelaunt über seinen Film „Kokowääh“ plauderte, redete sich regelrecht in Rage, als er sich über das deutsche Justizsystem und Strafmaße bei Sexualdelikten ausließ.

Zitat Schweiger:

„Ich höre immer nur: ‘Ja, der Täter, dem geben wir jetzt mal lieber Bewährung’ oder: ‘Sicherheitsverwahrung ist menschenunwürdig’. Ich höre nie, was aus den Opfern wird! Das ist dieses deutsche Gutmenschentum, das mich so ankotzt… Du kannst heute jemanden vergewaltigen, – das gibt es, sorry, aber das ist so, das weiß ich, ich habe mich mit dem Thema beschäftigt – du kannst jemanden vergewaltigen, kriegst Bewährung und kannst es wieder tun. Das ist so beschissen in diesem Land!
…“

Er forderte weiter eine Meldepflicht für Sexualstraftäter und bezeichnet dies nicht als Pranger, sondern Information. Eine Praxis, die in Amerika üblich sei.
Sein Schlußsatz:

“Ich bin der Meinung, dass jemand, der eine Sexualstraftat begeht, sein Recht in dieser Gesellschaft verwirkt hat”

Recht hat er.

Ein Auszug seines Wutausbruchs:

Wieviel Magerwahn kann man noch verantworten?

Die 19jährige Ann Ward ist die Siegerin des American Next Topmodel 2010. Der Skandal hierbei: Sie wiegt bei einer Größe von 1,88m gerade mal 45kg! Top Model Tyra Banks, die als Jurorin der Show eine Verantwortung übernommen hat, soll begeistert von ihrer schmalen Taille gewesen sein, die man mit 2 Händen problemlos umfassen konnte. “Das ist irgendwas an ihr das ich maaaaggg” sollen ihre Worte gewesen sein.
Diese Entscheidung hat Empörung ausgelöst und wieder die alte Diskussion um Magermodels und deren Wirkung auf Kleinmädchenträume ins Rollen gebracht, von der man dachte, sie sei überstanden, oder zumindest überdacht worden, nachdem vor einigen Jahren die Kampagne „Leben braucht Gewicht“ ins Leben gerufen wurde, spanische Modeveranstalter Magermodels aus der Show ausgeschlossen haben, sowie andere Promis sich ebenfalls aktiv gegen Magermodels engagieren. Aber nun hat ein extremes Magermodel die Casting Show gewonnen. Gab es nicht auch bei der deutschen Germanys next Topmodel Show mit Heidi Klum eine ähnliche Fehlentscheidung, bei der ein völlig normalgewichtiges schlankes Mädchen mit den Worten „du bist zu dick“ rausgewählt wurde?
Man muß kein Genie sein, um zu wissen, welche Folgen diese Trends haben. Welche Auswirkungen sie auf das Essverhalten und damit auf den gesamten Gesundheitszustand junger Menschen haben können.
Ist das eine Trendumkehr? Werden Magermodels wieder in? Ist Tyra Banks und all den anderen Verantwortlichen nicht bewußt, welche Verantwortung sie haben, wenn sie solche Mädchen fördern, bzw „normalen“, gesunden Mädchen einreden, sie seien zu dick?

Lohnungerechtigkeit

Nein, werte Mitlesenden, ich werde hier nicht über 23% Lohndiskriminierung berichten, keine Panik. Ich möchte das Thema von einer anderen Sicht beleuchten. Und zwar aus der Sicht der geschlechtertypischen Berufe. Wie werden die verschiedenen Anforderungen, Leistungen und Gefahren bewertet und honoriert?

Ein Fakt ist, dass die hauptsächlich von Frauen gewählten Berufe generell wesentlich schlechter entlohnt werden. Ein Grund dafür soll angeblich sein (hab ich mal gelesen), dass Frauen sich eher auf bestimmte Berufssparten konzentrieren, was zu einer Überrepräsentation an Arbeitnehmern in diesen Berufen führt. Folge:  das Lohnniveau sinkt. Ist eigentlich eine einfache marktwirtschaftliche Logik. Aber richtig und gerecht ist sie dadurch natürlich nicht. Und wirklich stimmen tut das so auch nicht. Denn in kaufmännischen Berufen (eine der beliebtesten Berufsgruppen, übrigens auch bei Männern) sind wesentlich mehr Frauen beschäftigt als in Gesundheits- oder sozialen Berufen. Nach oben genannter Logik dürften die Büroangestellten dann entsprechend wesentlich weniger verdienen als die im Sozial- und Gesundheitswesen tätigen. Dem ist aber nicht so. Die Erklärung, dass ein Überangebot an Arbeitnehmern zum Lohndumping führt, und ein Arbeitskräftemangel demzufolge höhere Verdienste bedeuten müßte, ist zwar marktwirtschaftlich gesehen nachvolziehbar, scheint aber hier dennoch nicht der Realität zu entsprechen.

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Jugendliche aus der französischen Provinz – oder die neue alte Frauenfeindlichkeit

„der neue Mann – brutaler Macho?“

Der Bericht auf arte macht mich nachdenklich. Es geht um Jugendliche in französischen Vororten und ihre Vorstellungen zu Geschlechterfragen. Kaum ein Klischee des klassischen Macho-Denkens, über das „wir“, die wir uns als emanzipiert bezeichnen, längst hinweg sind, wird ausgelassen. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum ich beim Zuschauen aus dem Kopfschütteln kaum mehr rauskomme. Wobei mich der Begriff des „Macho“ in diesem Zusammenhang gewaltig stört. Frauenhasser würde es besser treffen.

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