#Fettlogik – Die zweite Zeit danach

Vor etwas mehr als einem Jahr schrieb ich über meine ersten Erfahrungen mit meinen Ernährungsumstellungen nach der Lektüre von Nadja Hermmans Buch „Fettlogik überwinden“. Damals war ich beeindruckt von der Logik der Gewichtskontrolle, die, einfach und lebensnah dokumentiert, mit simpler Mathematik nachvollziehbar wurde. Und auch wenn ich damals wie heute kein Freund des Kalorienzählens war und bin, habe ich es auf dem Weg versucht und konnte schließlich auch Erfolge verbuchen. Irgendwann wurde ich dann etwas nachlässiger, schrieb nicht mehr alle meine Mahlzeiten auf und schätzte meinen Konsum lediglich unter der vermeintlichen Gewissheit „wird schon passen“. Ich dachte, „du isst täglich Gemüse, genießt deine kleinen Sünden nur ab und zu, hast einige Dinge konsequent umgestellt, bewegst dich regelmäßig, also was soll diese lästige Zählerei“. Dann kam Weihnachten, Ostern, Urlaub. Wie kann man in den schönsten Zeiten des Jahres, die man genießen soll, an all den Verführungen vorbeilaufen? Das schaffte ich nicht. Asche auf mein Haupt. Wenn jemand praktische Tipps dafür hat, immer gern her damit.

Und so kam es wie es kommen mußte. Ich nahm wieder zu. Der gute alte Jojo-Effekt. Nicht das komplette Gewicht das ich bis dahin verloren hatte, aber doch genug, dass es für mich irgendwann spürbar störend war.
Das ärgerte mich deswegen so, weil ich während meiner Umstellung nicht gelitten habe, keinen quälenden Hunger hatte und endlich mal wieder richtig satt sein wollte. Ich war einfach zu faul geworden, mich selbst konsequent zu beobachten und zu kontrollieren.

Daher mein 2. Resümee: schätzen funktioniert nicht!

Das sogenannte intuitive Abnehmen, was ich als optimal für mich angenommen hatte, war eine grobe Fehleinschätzung. Man ignoriert kleine Happen zwischendurch, unterschätzt Essensmengen, überschätzt seine tägliche Aktivität.
Wenn man jahrelang das hat, was man im allgemeinen Sprachgebrauch einen „gesunden Appetit“ nennt, stellt man nicht von heute auf morgen seine Gewohnheiten mal eben um. Das muß sehr bewußt passieren.

Es fing damit an, dass mich Kollegen und Freunde ansprachen. „Hast du wieder zugenommen?“. Ich winkte ab und dachte, „ach komm, 1 oder 2 Kilo“. Auf die Waage ging ich nicht mehr regelmäßig. Vermutlich wußte mein Unterbewußtsein schon genau, was die Uhr geschlagen hatte. Ich traute mich schlicht nicht, die Zahl auf der Waage zu sehen. Aber, und das hatte ich schließlich gelernt, eine Umstellung beginnt mit der Wahrnehmung der schonungslosen Realität.

Das Problem, warum ich damals nachlässig wurde, lag auch darin, dass ich zwar die Komplimente meiner Umwelt vernahm, und die Veränderungen auf der Waage sah, aber nicht in meinem Spiegel. Ich hatte das Gefühl, dass sich optisch gar nichts verändert hat, also sah ich auch keine Veränderung, als ich wieder zunahm. Ich hatte auch solche Gedanken wie „ok jetzt bist du schlank, also kannste auch noch die Pizza essen“. Ich hatte einfach eine völlig verdrehte Wahrnehmung von meinem Körper und schätzte mein Essverhalten immer noch falsch ein. Und das, obwohl der Schalter im Kopf längst umgelegt war. Dachte ich. So meine bittere Erkenntnis.

Also fing es wieder von vorn an. Ab auf die Waage. Kalorien-App runtergeladen, Bedarf ausgerechnet. Bewußteres Einkaufen. Kleinere Portionen. Aufhören zu essen, wenn ich satt bin. Mahlzeiten konsequent notieren.

Dank meiner ersten Erfahrungen vor einem Jahr habe ich jetzt den Vorteil, nicht gleich ungeduldig zu werden. Im Gegenteil bin ich sogar noch motivierter. Ich hatte es schon mal geschafft, mit Willen und Disziplin eine nicht geringe Menge an Gewicht zu verlieren (die 3,5 kg von denen ich im letzten Artikel so stolz berichtet habe, waren ja nur ein erstes Etappenziel. Insgesamt waren es am Ende fast 10 kg), also schaffe ich es noch mal.

Tschaka! 🙂

(Ach ja, es sind schon wieder fast 2 kg runter 🙂 )

#Fettlogik – Die erste Zeit danach

Vor einiger Zeit, nachdem ich Nadjas Buch „Fettlogik überwinden“ gelesen hatte, begann ich sofort danach, meine Ernährung umzustellen. Nicht weil ich auf eine Modelfigur abziele, sondern weil ich etwas für mein Wohlbefinden und meine Gesundheit tun will.

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Wieviel Magerwahn kann man noch verantworten?

Die 19jährige Ann Ward ist die Siegerin des American Next Topmodel 2010. Der Skandal hierbei: Sie wiegt bei einer Größe von 1,88m gerade mal 45kg! Top Model Tyra Banks, die als Jurorin der Show eine Verantwortung übernommen hat, soll begeistert von ihrer schmalen Taille gewesen sein, die man mit 2 Händen problemlos umfassen konnte. “Das ist irgendwas an ihr das ich maaaaggg” sollen ihre Worte gewesen sein.
Diese Entscheidung hat Empörung ausgelöst und wieder die alte Diskussion um Magermodels und deren Wirkung auf Kleinmädchenträume ins Rollen gebracht, von der man dachte, sie sei überstanden, oder zumindest überdacht worden, nachdem vor einigen Jahren die Kampagne „Leben braucht Gewicht“ ins Leben gerufen wurde, spanische Modeveranstalter Magermodels aus der Show ausgeschlossen haben, sowie andere Promis sich ebenfalls aktiv gegen Magermodels engagieren. Aber nun hat ein extremes Magermodel die Casting Show gewonnen. Gab es nicht auch bei der deutschen Germanys next Topmodel Show mit Heidi Klum eine ähnliche Fehlentscheidung, bei der ein völlig normalgewichtiges schlankes Mädchen mit den Worten „du bist zu dick“ rausgewählt wurde?
Man muß kein Genie sein, um zu wissen, welche Folgen diese Trends haben. Welche Auswirkungen sie auf das Essverhalten und damit auf den gesamten Gesundheitszustand junger Menschen haben können.
Ist das eine Trendumkehr? Werden Magermodels wieder in? Ist Tyra Banks und all den anderen Verantwortlichen nicht bewußt, welche Verantwortung sie haben, wenn sie solche Mädchen fördern, bzw „normalen“, gesunden Mädchen einreden, sie seien zu dick?