Der Dreck vor der eigenen Tür ist immer sauberer

Diskussionen auf Twitter sind ja immer so eine Sache. Sie sind spontan, chatartig. Das Problem dabei, sie werden schnell wieder vergessen oder gar nicht erst wahrgenommen. Die Timeline rollt weiter, ein Gesprächsverlauf ist schnell vorbei. Dabei will man eigentlich, dass irgendwas kapiert wird, dass was hängenbleibt. Aber für komplette nachvollziehbare Gespräche ist Twitter nun denkbar ungeeignet.

Deswegen will ich das jüngste Thema in meiner TL hier noch mal festnageln.

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„Deutsche Schlampe“ – Deutschenfeindlichkeit oder Frauenfeindlichkeit?

Ein erneuter Fall von ignorierter Frauenfeindlichkeit.
Welt.online berichtet, dass Familienministerin Kristina Schröder fordert, Deutschenfeindlichkeit stärker zu debattieren. Sie selbst sei schon als „deutsche Schlampe“ beschimpft worden. So weit, so schlecht.

Allerdings frage ich mich, warum soll hier über Deutschenfeindlichkeit diskutiert werden? „Deutsch“ allein ist keine Beschimpfung. „Schlampe“ schon. Aber darüber wird wiedermal kein Wort verloren. Als Schlampe beschimpft zu werden, ist keinen Aufreger wert. Aber „deutsche Schlampe“, das geht gar nicht. Würde sie es überhaupt thematisiereren, wenn sie „nur“ als Schlampe, nicht als deutsche Schlampe beschimpft würde? Oder würde sie eine Debatte über Blödenfeindlichkeit fordern, wenn sie als blöde Schlampe beschimpft worden wäre? Ist diese Frauenfeindlichkeit wirklich schon so weit, dass sexistische Beschimpfungen nicht als solche wahrgenommen werden, wie ich in einem anderen Beitrag thematiert habe?