Antifeministische Heuchelei: Austeilen und Einstecken

Manchmal stöbere ich aus reiner Langeweile in antifeministischen Blogs herum. Einfach aus Neugier, welcher Unsinn mal wieder verbreitet wird, welche profeministischen Äußerungen von welcher Person auch immer diesmal im Fadenkreuz des Bashens stehen, welches ad personam- Getrolle mal wieder verteilt wird und welche Strohmänner mal wieder abgefackelt werden. Und natürlich werde ich dabei selten enttäuscht.

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eine Antifeministin beleidigt namenlos in der Hoffnung, es merkt keiner :)

Antifeministen sind ja immer wieder für ein Amüsement gut. Diesmal hat sich wieder die Figur „Anne Nühm“ ein Stelldichein gegeben.

Worum gehts? Sie hat einen Artikel verfasst, der zunächst mit nebulösen Andeutungen beginnt und keiner so recht ahnen kann, was das werden soll. Sie wolle keine Namen nennen oder irgendwas verlinken.

Im Laufenden Text wird allerdings ziemlich klar, dass sie mich meint, denn sie zitiert konkrete Beleidigungen, die sich auf mich beziehen von „von ihr geschätzten Kommentatoren“.

„Von von mir geschätzten Kommentatoren wurde ihr auf anderen Blogs das „intellektuelle Niveau einer Grundschülerin“ und Nervigkeit aufgrund „beiläufiger Selbstgefälligkeit und Einfältigkeit“ bescheinigt.“

Ersteres kam von Psycho David (Screen ist hier verlinkt), der ohne Beleidigungen bekanntermaßen eh nichts auf die Reihe bekommt, wenn ihm widersprochen wird, zweiteres von @sevens2 auf Margrets Blog in ihrem letzten Artikel.

Ihre anonyme Darstellung bar jeder Belegquellen hält sie für „fairer als mein hinterhältiges Vorgehen“. Was sie da konkret meint, lässt sich erst später erahnen, da sie einen Artikel anspricht, in dem ich sie verlinkt habe um zu zeigen wie sexistisch sie tickt, und in meiner „gewohnten Manier über sie herzog“. Was sie konkret zu beanstanden hat, lässt sie leider unklar. Dass ich sie verlinkt habe, damit sich jeder selbst ein Bild machen kann? Ich will mich ja nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber das ist nun wirklich ein Vielfaches fairer als haltlose Andeutungen ohne jeden Bezugspunkt, die keiner prüfen kann. Aber was solls. Sie spielt halt ein bisschen die Beleidigte.

Dabei geht sie sogar noch weiter und unterstellt den Lesern meines Blogs, dass diese sich den verlinkten Artikel und die Kommentare nicht durchgelesen hätten

„Da es sich bei meinem ursprünglichen Blogeintrag um eine umfangreiche Lektüre handelt, wird sich kaum einer ihrer Leser die Mühe gemacht haben, ihn im Detail nachzulesen, um festzustellen, dass ihre Äußerungen völlig unzutreffend sind.“

Ich werde gleich noch darauf eingehen, wie man hingegen das Kommentarverhalten ihrer Leserschaft werten kann…

Kommentatoren meines Artikels werden sogar konkret beleidigt, natürlich wieder ohne Namensnennung (Ziel ihres persönlichen Angriffs war übrigens die geschätzte Robin)

„Für ihren Blogeintrag wurde der Person selbstverständlich sofort von ihrer Entourage sekundiert. So schwafelte etwa eine Langzeitstudentin eines bedeutungslosen Faches, die selbst noch nie etwas auf die Reihe bekommen hat, aber sich einbildet, meine berufliche Kompetenz beuteilen zu können, etwas von Dunning-Kruger-Effekt (worüber ich ob dieser von ihr unbeabsichtigten Rückbezüglichkeit denn doch laut auflachen musste). Schon bei meinem alten Eintrag war sie dadurch aufgefallen, besonders infantil-irrationale Äußerungen zu machen.“

Was in solchen Texten ja irgendwie nie fehlen darf, ist die Betonung meiner angeblichen Bedeutungslosigkeit. Das machen ja viele gern.

„Nun ja, ich werde solchen Leuten mit ihrer völligen Unfähigkeit zu einer differenzierten Sichtweise sicherlich nicht die Genugtuung geben, mich über ihr unmaßgebliches Gewäsch zu ärgern.“

Natürlich. Immerhin war ich wohl wichtig genug, überhaupt Thema eines Artikels zu werden :). Auch wenn mein Name feige verschwiegen wurde.

Und sie selbst hält sich auch noch für so bedeutend, dass sie mir unterstellt, ich hätte den Artikel bewußt zeitlich so gewählt, dass sie nicht drauf antworten kann.

„Es spricht für sich und ist bezeichnend, eine Veröffentlichung zeitlich so zu wählen, dass ich gerade dann nicht angemessen reagieren kann“

Da mußte ich doch jetzt ob dieser zur Schau getragenen Peinlichkeit wirklich sehr lachen. Für wen hält die sich, dass sie sich einbildet, es würde mich interessieren, WANN sie irgendwelche Texte liest oder drauf antwortet? Bisschen mehr Understatement wäre vielleicht angemessen. Madame „Nühm“, auch wenn Sie es gern so hätten, Sie sind nicht der Nabel der Welt. 🙂

Aber jetzt noch etwas zum Text allgemein.
Das alles wäre nun tatsächlich eine kleine ignorierenswerte Nichtigkeit, die keines Blickes würdig ist, wenn man dahinter nicht eine nette Strategie sehen könnte. Einen derart unterkomplexen und lächerlichen Text über jemanden zu schreiben, weder dessen Namen zu nennen, noch irgendeinen konkreten Bezugspunkt oder Quellen zu nennen, sich in Beleidigungen auszulassen, in der Hoffnung, derjenige würde es nicht merken oder „keine Publicity bekommen“, wie sie es so schön formuliert.
Liebste „Anne“, das war ein Irrtum. Auf deine antifeministischen Freunde kann man sich immer verlassen. Die verlinken jeden Dreck. Auch deinen. 🙂

Mit dieser Strategie macht man es sich natürlich auch sehr leicht, weil man sich komplett gegen Kritik immunisiert. Man könnte zwar noch die Hoffnung haben, dass wenigstens ihre Kommentatoren mal nachfragen „Moment, worum gehts eignetlich?“. Aber das scheint dort auch niemand hinbekommen zu haben. Das scheinen Lemminge zu sein, die ihr aus der Hand fressen und alles schlucken, was einfach behauptet wird. Tenor: „ich weiß zwar nicht worum es geht, aber du wirst schon recht haben“