„Erst das ständige erklären müssen macht uns zu etwas Besonderem“

Wenn sich das Thema darum dreht, ob homosexuelle Paare Kinder haben sollten, ist ein oft gehörtes Argument, dass die Kinder dann die absolute Hölle, z.B. in der Schule durchmachen müssten. Weil sie „anders“ sind. Weil sie „keine richtige Familie“ haben. Weil Homosexualität „anstecken“, und Kinder „verderben“ könnte.
Dass letzteres Unsinn ist, über die Diskussion sind wir längst hinaus.

Dass ersteres nur dann ein reales Problem ist, wenn Kinder einem homophoben Umfeld ausgesetzt sind, das ihnen das Leben zur Hölle macht, und andernfalls gar kein Problem darstellt, zeigt ein Interview in der Süddeutschen Zeitung, wo Kinder aus Familien jenseits klassisch-konservativer Normen befragt wurden.

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„Du als Feministin…“

Ich habe schon des Öfteren beobachtet, dass mir oder anderen Userinnen in Diskussionen um Feminismus/Gender/Sexismus/Rollenbilder etc. irgendwann erklärt wurde, dass es „klar sei, dass man das als Feministin so sehe…“. Ich errinnere mich da an völlig strange Diskussionsverläufe, wo man schon als radikalfeministisch und männerhassend galt, wenn man der Meinung war, dass Frauen ja irgendwie auch Menschen sind, die eigenständig denken und leben können.
Da frage ich mich jetzt, was eigentlich eine Feministin ausmacht. Wann gilt frau als feministisch? Wo fängt es an und wo ist die Grenze zur Männerfeindlichkeit? Was muß sie tun, denken, vertreten oder ablehnen? Letztere Frage ist schon deshalb kaum zu beantworten, da sich in den einzelnen feministischen Strömungen Positionen teilweise widersprechen. Ich wundere mich nur, wie schnell man den Stempel aufgedrückt bekommt. Nicht dass mir das was ausmacht oder es mich sogar stört. Es ist keine Schande, feministisch zu denken. Je nachdem, von wem der „Vorwurf“ kommt, nehme ich es sogar als Kompliment 😉 Ich wundere mich einfach nur. Vielleicht liegt es daran, dass ich mit bestimmten Werten erzogen wurde und manche Dinge einfach selbstverständlich für mich sind, und ich nie darüber nachgedacht habe, ob das feministisch ist oder nicht. Das sind z.B. solche Dinge wie die freie Wahl der Berufstätigkeit, der freie Zugang zur höheren Bildung, die freie Wahl, ob Kinder oder nicht, die sexuelle Selbstbestimmung, Wahlrecht, etc. Dinge eben, die heute selbstverständlich sind. Mir ist natürlich bewußt, dass all das feministische Errungenschaften sind, aber in meinem Leben, und ich unterstelle, im Leben Millionen anderer Frauen auch, sind es Selbstverständlichkeiten, die nicht mehr rückgängig zu machen sind und ohne die keine Frau heute mehr leben will. (Übrigens einer der Hauptgründe, warum ich Personen wie Frau Hermann so befremdlich finde, die von genau diesen Errungenschaften alles andere als schlecht profitiert, aber dennoch Feminismus so vehement verteufelt. Aber das hier nur am Rande.)
Ich befasse mich damit aber erst näher, seit ich gesehen habe, dass es Menschen gibt, die mit diesen, für mich völlig normalen Dingen, arge Probleme zu haben scheinen. Warum eigentlich? Angst, wovor auch immer? Und ich frage mich, was ist eigentlich eine Feministin? Gibt es dafür eine Definition, oder definiert jede Frau für sich, ob und wieviel Feministin sie ist?