PUA Julien Blanc gibt wieder Seminare

Der Pick up-Guru und Vergewaltigungscoach Julien Blanc (wir errinnern uns), ist lebendiger denn je und bietet weiter Kurse an, in denen er jungen Männern beibringen will, wie man Frauen am effektivsten, und auch mal gegen deren Willen zum Sex überwältigt.

Ende 2014 sorgte der selbsternannte „Pick-Up-Artist“ Julien Blanc für Schlagzeilen, weil er auf seinem Twitter-Account und via Youtube frauenfeindliche „Aufreiß“-Tipps verbreitet. In Japan ermutigte Julien Blanc Männer: „Jungs, packt sie euch einfach.” In manchen Seminaren propagiert er, Frauen zu würgen. Er ist ein Prediger der ‚Rape Culture’ – und Julien Blanc macht weiter – mittlerweile hat er ein neues Video – veröffentlicht am 01. Mai 2015 mit neuen Kursen – auch via Internet.

Julien Blanc wurde gezwungen, Australien zu verlassen. Großbritannien und Kanada erteilten ein Einreiseverbot. Japan und Brasilien haben ihn ausgewiesen. Er verdient mit Seminaren zu sexistischer Gewalt Geld. Und es gibt tausende Männer, die dies unterstützen und bis zu 4.000 Dollar pro Seminar zahlen.

Quelle

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Du willst es doch auch.

Muschimieze mit einem sehr lesenswerten Beitrag über ihre Beobachtungen und Gedanken darüber, wie wir in unserer ach so aufgeklärten und weit entwickelten westlichen Gesellschaft mit sexueller und sexualisierter Gewalt umgehen.

MUSCHIMIEZE

Was sind wir weit entwickelt. Denken wir wohlwollend. Meistens über uns selber.

Kritisch wird beäugt, was „woanders“ verbrochen wird. Sei es die Kriminalisierung von Homosexualität, die Tabuisierung von Transsexualität oder die offensichtliche, strukturelle und in Gesetze zementierte Benachteiligung und Unterdrückung von Frauen*  – so rückständig! Und vor allem so weit weg. So weit weg von uns. (1)

Wenn du hier in Berlin als junge Frau* auf eine Party gehst, wundert sich niemand, dass du studierst oder arbeiten gehst, dir deine_n Partner_in selber ausgesucht hast oder andere Dinge tust, die eigentlich selbstverständlich sein sollten – es aber für viele frauisiert gelesene Personen auf dieser Welt nicht sind. Meistens bin ich dankbar dafür, hier zu leben. Manchmal ernüchtert mich jedoch die bittere Erkenntnis, dass eben jenes Gefühl, in einer ach-so-weit-entwickelten Gesellschaft zu leben, manche Menschen über die Tatsache hinweg zu täuschen scheint, dass sie in ihrem Denken, trotz aller Bildung und Fortschritt…

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Was ist Rape Culture

Mir ist ein Tweet von @Mali_2 in die TL geflattert, der auf einen YouTube-Link verweist. Dort hält sie eine Rede zum Thema Rape Culture. Mit gefällt diese Rede besonders, weil sie recht umfassend aufzählt, was alles Symptome einer Rape Culture sind.

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Vorverurteilungen und gutgemeinte Tipps

Da klickt man gelangweilt und ohne jegliche Erwartung hinsichtlich gewinnbringender Inhalte durch die antifeministische Blogosphäre und es fällt (wieder mal) auf, dass sich mehrere Blogger in höchster Erregung über ein Thema empören. Einige davon gewohnt unsachlich, feindselig und polemisch. Ich verzichte auf Verlinkungen…

In meinem Kopf formte sich die Frage: „seufz, was kläffen die jetzt schon wieder rum?“. Bis ich den Grund der Entrüstung sah. Es ist natürlich wieder mal eine Feministin, auf die sich alle gleichzeitig stürzen, nämlich Antje Schrupp, die sich zum Faz-Artikel über k.o.Tropfen-Tester geäußert hat und der Meinung war, „warum soll man sein Mißtrauen bei Drinks mit Unbekannten hinter harmlosen lackierten Nägeln verbergen, die man mit etwas Geschick relativ unauffällig kurz ins Getränk tauchen kann? Soll man doch ruhig offensiv damit umgehen, dass man vorsichtig ggü Fremden ist, so wie es uns ja Mami und Papi und alle gutgemeinten Ratgeber auch beigebracht haben“.

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Wenn du es nicht vermeiden kannst, mach das Beste draus und genieße…

Heute ging mal wieder eine Schlagzeile reihum, die für Aufregung sorgte. Diesmal hat sich der indische Polizei Chef Ranjit Sinha ins Zentrum der Empörung geschossen, indem er Sportwetten und Vergewaltigung in einen mehr als seltsamen Vergleich gesetzt hat:

„Wenn man das Verbot von Wetten nicht durchsetzen kann, ist es, als ob man sagt, wenn man eine Vergewaltigung nicht verhindern kann, sollte man sie genießen.“

Allein schon die Begriffe Vergewaltigung und Genuss in einen Zusammenhang zu bringen, ist absurd. Was er vermutlich eigentlich gemeint hat, war wohl, wenn man ein Problem nicht vermeiden kann, solle man versuchen das Beste draus zu machen.
Dass der Vergleich ausgerechnet mit einer Vergewaltigung nun die denkbar beschissenste Variante ist, das zu verdeutlichen, ist hoffentlich für jeden ersichtlich.
Wie soll man etwas genießen, das gegen den eigenen Willen geschieht? Was demütigend und schmerzhaft ist und einen vor Angst lähmt? Was einen ekelt?
Mit ein bisschen Phantasie könnte man sich vielleicht in eine Traumwelt flüchten und sich vorstellen, dass sich ein sexy Adonis an einem vergeht. Das menschliche Gehirn ist bekanntermaßen zu erstaunlichen Dingen fähig und kann besonders in Extremsituationen Dinge leisten, die man sich nie vorstellen könnte. Insofern könnte das vielleicht sogar tatsächlich dazu beitragen, den Akt weniger unerträglich zu machen.

Aber. Was würde das konkret bedeuten?

Gehen wir mal spaßeshalber diesem Gedankenkonstrukt nach. Welche Folgen hätte es, wenn Frauen versuchen würden einen Gewaltakt zu genießen, wenn sie ihn schon nicht abwenden können?

1. Der Vergewaltiger würde denken, es macht ihr Spaß. Sein Motiv der Erniedrigung würde nicht aufgehen, er würde vielleicht noch zu ganz anderen Mitteln greifen, um sein Ziel, die Erniedrigung, zu erreichen

2. Ein Mann, der so wenig Empathie hat, dass er nicht merkt, dass die Frau nicht will, würde sich bestätigt fühlen

3. Das Vergewaltigungsopfer müßte neben der Tat selbst danach sehr wahrscheinlich eine Flut an Häme über sich ergehen lassen.

4. „Frauen stehen auf Gewalt und brutale Männer“-Mythen würden sich verfestigen.

5. Vor Gericht hätte das Vergewaltigungsopfer nicht die geringste Chance mehr, ihr Recht zu bekommen, weil die Tat nicht als Vergewaltigung gesehen würde. Schließlich hat sie es ja genossen.

6. Niemand würde sich mehr trauen, einen Täter anzuzeigen. Ein Freifahrtschein für Vergewaltiger.

#Aufschrei – Es hat sich nichts geändert

Könnt ihr euch noch an die Zeit Ende Januar erinnern? Eine Handvoll Twitterinnen unterhielten sich über ihre Erlebnisse mit sexuellen Übergriffen, Belästigungen und Street Harassment. Eins kam zum anderen und #Aufschrei wurde geboren. Was dann folgte, hat so ziemlich jeder mitbekommen, der nicht gänzlich von der medialen Zivilisation abgeschnitten ist.

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Leben wir in einer Rape Culture?

Manchmal werden Fakten zu deutlich auf den Tisch gebracht, als dass man sie unter den Tisch (oder im Twitter-Wirrwarr) fallen lassen sollte. Dazu gehört u.a. die Aufzeichnung des Bayrischen Rundfunks Bayern 2, die umfassend die Zusammenhänge zwischen Vergewaltigungsmythen, der Entwicklung der Stellung der Frauen in der Gesellschaft, stereotypen Täter- und Opferprofilen und Initiativen wie #Aufschrei und Slutwalk erläutert.

Indizien für eine Rape Culture
Stell dich nicht so an!

Leben wir in einer „Rape Culture“? Was hat es mit dem Begriff auf sich? Ist es nur ein feministischer Kampfbegriff für den Wahnsinn, den Frauen täglich erleben? Oder ist es die treffende Bezeichnung für unsere Gesellschaft?

Im Sommer 2012 haben zwei Fotoball-Stars eine bewusstlose 16-Jährige wie eine lebendige Puppe von Party zu Party geschleppt und sie mehrfach vergewaltigt. Die Stationen dieser Nacht sind festgehalten auf Fotos, Twitter-Meldungen und SMS. Etliche Zeugen unternahmen nichts. Der Football-Tainer deckte die beiden jugendlichen Täter im Nachhinein. Und die Medien beklagten das zerstörte Leben der beiden Footballstars.

„Rape Culture“ nennen das Beobachter – und meinen damit eine Gesellschaft, die sexuelle Gewalt duldet, verharmlost oder befördert und die Verantwortung auf die Opfer verschiebt. In Deutschland taucht der Begriff „Rape Culture“ in den letzten Jahren zunehmend in feministischen Blogs. Massive Kritik an der Rape Culture übt seit 2011 die weltweite Slut-Walk-Bewegung, die gegen falsche Vorstellungen von sexueller Gewalt auf die Straße geht. Denn spätestens seit der deutschen Sexismusdebatte zu Beginn des Jahres 2013 wurde wieder klar: Schuldzuweisungen wie „Hättest Du doch die Bluse zugemacht!“ sind noch immer salonfähig.

Leben wir in einer „Rape Culture“?
Leben auch wir in einer „Rape Culture“? Was hat es mit dem Begriff auf sich? Ist es nur ein feministischer Kampfbegriff für den Wahnsinn, den Frauen täglich erleben? Oder ist es die treffende Bezeichnung für unsere Gesellschaft?

Der Zündfunk Generator spricht darüber mit Anne Wizorek und Julia Brilling, die im Netz anonym sexuelle Übergriffe sammeln, Birte Rohles von Terre des Femmes und Lorena Palasi vom Slut Walk München sowie der Filmwissenschaftlerin Andrea Kuhn und dem Historiker Hiram Kümper, der Vergewaltigungskulturen in der alteuropäischen Kulturgeschichte untersucht hat.

Zum Anhören der kompletten Sendung hier klicken

Vergewaltigungsmythen im Überblick

Immer wieder erlebt man es, sobald ein Diskussionsthema auf sexuelle Übergriffigkeiten zu sprechen kommt, dass sich Menschen zu Wort melden, die meinen, mehr über solche Taten, Täter und Betroffene zu wissen, als die Menschen, die solche Situationen selbst erlebt haben. Es werden regelmäßig Taten verharmlost und kleingeredet, es wird suggeriert, als hätte die betroffene Person die Situation selbst herausgefordert oder gar so gewollt, oder es wird alles geleugnet, oder darauf abgelenkt, dass es anderen ja allgemein viel schlechter gehe.

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„Recht“sprechung in Graz: An den Hintern grabschen ist keine sexuelle Belästigung

Ist Pograbschen sexuelle Belästigung?

Ein Mann fasst einer Frau in Graz am hellichten Tag auf das Gesäß und wird angezeigt. Die Staatsanwaltschaft stellt das Verfahren ein. Begründung: Eine geschlechtliche Handlung habe nicht stattgefunden.

Wien. Graz, 25. Oktober 2012. Die 43-jährige Eva Maria Hofstätter fährt am helllichten Tag mit dem Fahrrad durch die Innenstadt, als sie von dem 37-jährigen A. Y., der ebenfalls mit dem Fahrrad unterwegs ist, von hinten angefahren und zum Anhalten gezwungen wird. „Oh, Frau mit knackigem Hintern, darf ich mal anfassen?“, fragt der Afghane. „Sicher nicht“, entgegnet die Bankangestellte.

Er macht es trotzdem und fängt sich eine Ohrfeige ein. Der Mann flippt aus, schreit, bezeichnet die Grazerin als Schlampe. Er sei noch nie von einer Frau geschlagen worden. Auch Hofstätter ist außer sich, will einfach nur weiterfahren. Da holt der 37-Jährige aus, schlägt ihr mit der Faust ins Gesicht und flieht. Glücklicherweise trifft er nur den Helm, sie wird nicht verletzt.

Zahlreiche Passanten beobachten den Vorfall. Sie erstattet sofort Anzeige wegen sexueller Belästigung. Bald darauf kommt es zur Gegenüberstellung und Identifizierung des mutmaßlichen Täters.

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Rape Culture: Wenn die Grenzen zwischen „Herrenwitzen“ und Vergewaltigungsmythen verwischen

Die TAZ über sexistische Denkmuster

In den letzten Wochen und Monaten überschlugen sich die Meldungen zum NSU-Skandal, zur Beschneidung der Rechte von Flüchtlingen, zu Demonstrationen für die Rechte von Flüchtlingen, und dann wieder zu Menschenrechtsverletzungen an Demonstranten für Flüchtlinge. All diese Ereignisse werfen wichtige Fragen auf, aber eines sollte in ihrem Schatten nicht untergehen: Die letzten Monate waren auch voller Meldungen zu sexueller Gewalt.
Gleich abgestraft wurde zum Glück der spanische Top-Beamte José Manuel Castelao, der es Anfang Oktober mit dem Herrenwitz versuchte: „Mit den Gesetzen ist es wie mit den Frauen: Sie sind da, um missbraucht zu werden.“ Jetzt ist er sein Amt los. Außerdem, so könnte man argumentieren, ist der Mann 71 – die Generation stirbt aus.

Nicht aussterben will hingegen das Konzept des „Gebrauchs“ von Frauen. Anders kann ich mir nicht erklären, warum wir im Deutschen immer noch von „Missbrauch“ sprechen. Man kann das geschenkte Vertrauen missbrauchen, weil es eine angemessene Art gibt, mit ihm umzugehen. Kinder und Frauen dagegen werden nicht verschenkt, dennoch kann man beide im Deutschen „missbrauchen“. Ist das wirklich angemessen ausgedrückt?

Juristischer Sinn
Vielleicht bin ich da zu wortklauberisch. Breites Entsetzen löste jedenfalls die Meldung vom September diesen Jahres aus, derzufolge in Essen ein Mann freigesprochen wurde, der (selbst 30 Jahre alt) mit einer damals 15-Jährigen gegen ihren Willen Sex hatte. Diese mutige junge Frau hatte also Anzeige wegen Vergewaltigung erstattet und bekam jetzt zum Lohn zu hören, sie habe sich halt nicht laut und nicht tatkräftig genug gewehrt.
Die Urteilsbegründung verwundert wohl nur uns Laiinnen, die wir anscheinend ein Recht weniger haben, als wir bisher dachten. Es scheint nämlich auch bei der Richterin kein Zweifel daran bestanden zu haben, dass der Angeklagte gegen den Willen des Mädchens Sex praktizierte. Nur – es war im juristischen Sinn keine Vergewaltigung.

Der Verband „bff: Frauen gegen Gewalt“ kommentierte bedauernd, das Urteil befinde sich (leider) im Einklang mit deutschen Gesetzen. „Anders als in anderen Ländern, setzt das deutsche Strafrecht bei einer Vergewaltigung eine Nötigung des Opfers voraus. Die sexuelle Handlung muss also entweder mit Gewalt, mit Drohung mit einem empfindlichen Übel oder aufgrund einer schutzlosen Lage erzwungen worden sein. Wird eine sexuelle Handlung „nur“ gegen den ausdrücklichen Willen des Opfers durchgeführt, so ist dies nach deutschem Recht nicht strafbar.“
No means no? Wenn man einer Untersuchung der Universitäten von Middlesex und Surrey aus dem Dezember 2011 folgt, rechtfertigen sich Vergewaltiger bis heute mit den alten Sprüchen, die Frauen hätten sie provoziert. Oder die Frauen hätten doch tatsächlich Sex gewollt, obwohl sie Nein gesagt hätten.
Das wirklich neue, schockierende Ergebnis dieser Studie besteht jedoch darin, dass einer Vielzahl von (nicht vergewaltigenden, also „normalen“) Männern Zitate sowohl von Vergewaltigern als auch aus Herrenmagazinen vorgelegt wurden – und sie beide Quellen ständig verwechselten. Was Vergewaltiger sagten, um ihre Tat zu rechtfertigen, ging im Blindversuch als üblicher Inhalt eines Pornohefts durch.

Porno und Prostitution
Daraus schlossen die Leiter der Studie: „Diese Zeitschriften unterstützen die Legitimierung sexistischer Einstellungen und Verhaltensweisen. Wir sind weder Spielverderber noch prüde. Aber werden Teenager und junge Männer wirklich gut auf ein erfülltes Liebes- und Sexualleben vorbereitet, wenn sie (also diese Medien) Frauenbilder normalisieren, die in verstörendem Maße dem von Vergewaltigern ähnelt?“ Vom Pornoheft zur Prostitution.
Die Frauenbewegung wurde für ihre Kritik der Prostitution oft kritisiert, und doch ist eines ja wohl unstrittig: Bei solchem Sex muss die Frau nicht von sich aus wollen, nicht empfinden, nicht genießen. Ein Mann zahlt, und eine Frau stellt sich zur Verfügung. Es reicht, wenn sie geschehen lässt. Diese Form von unilateraler Sexualität wird nicht nur, aber auch in der Prostitution institutionalisiert, normalisiert und eingeübt. Auch ganzen Generationen von (Ehe-)Frauen wurde ja einst empfohlen, sich hinzulegen und „ans Vaterland zu denken“.

Galloways „Reinstecken“
Eine ähnliche Idee findet sich heute noch selbst bei gestandenen Linken, wie zum Beispiel dem britischen Unterhausabgeordneten George Galloway, den die Labour-Partei 2003 wegen seiner Opposition zum Irakkrieg ausschloss. Kürzlich verteidigte er Julian Assange mit den Worten: „Es muss ja nicht jeder vor jedem Reinstecken gefragt werden.
Manche Leute denken, wenn man mit jemandem ins Bett geht, die Kleider auszieht und Sex mit einem hat, dann ist man im sex game. Es zeugt vielleicht von schlechten Manieren, wenn man jemandem nicht vorher auf die Schulter tippt und fragt: Macht es dir etwas aus, wenn ich’s noch mal mache?“
Ob es ihr auch nichts „ausmacht“? Frappierend an Galloways jovialer Schilderung ist, dass er es normal findet, wenn ein Mann mit einer Frau Sex hat, ohne sich im Mindesten dafür zu interessieren, ob sie welchen will.
Entlarvend ist also nicht erst sein Satz „Es muss nicht jeder gefragt werden“, sondern bereits die Idee, man solle, um „gute Manieren“ zu beweisen, vorher rasch um Erlaubnis fragen. Denn wenn „Erlaubnis“ reicht, dann ist es nicht Sex zu zweit, sondern in der Tat nur „Reinstecken“.

Und das ist eben frauenfeindlich. Es unterstellt, dass Begehren nur von Seiten des Mannes in Richtung der Frau verläuft; dass der weibliche Körper nicht eigenem Lustempfinden, sondern nur dem Erregen und Stillen der Lust eines anderen dienen soll; dass weibliches Begehren unsichtbar und dass es eigentlich auch irrelevant ist.

Männer, die Frauen als Personen mit eigener Sexualität wahrnehmen und begehren, wollen, dass diese Frauen auch sie beim Sex begehren. Die anderen betreiben Vergewaltigung, „Missbrauch“ oder im mildesten Fall halt bezahlte oder unbezahlte Masturbation am lebenden Objekt.