#Incels und der Mörder von #Toronto

Es will mir ja nicht in den Kopf, welche Energie manche Menschen dafür einsetzen, gegenüber dem Massenmörder von Toronto Verständnis oder Mitgefühl zu propagieren, weil der ja, von Frauen abgelehnt, das eigentliche Opfer ist, der nur ein bisschen Hilfe gebraucht hätte und zu dem man/frau ja nur etwas netter hätte sein müssen, dann wäre das alles sicher nicht passiert.

Es gibt Millionen Menschen, die das gleiche beschissene Schicksal haben. Die nie das Glück hatten, eine Partnerschaft und eine erfüllte Sexualität zu erleben (und ja, letztlich ist es nichts anderes als reines Glück). Die hassen das andere Geschlecht trotzdem nicht und werden nicht zum Mörder.

Wie kann man also so einen Täter auch noch in Schutz nehmen und ihn vom Vorwurf des Frauenhasses freisprechen? Der Teil einer Subkultur ist, die den Frauenhasser und -mörder Elliot Rodgers, der selbst sagte: „Mädchen gaben ihre Zuneigung, Liebe und Sex anderen Männern, aber nie mir. Ich bin 22 Jahre alt, und ich bin immer noch Jungfrau. Ich weiß nicht, warum ihr Mädchen euch nicht zu mir hingezogen fühlt, aber ich werde euch alle dafür bestrafen.“, als Märtyrer bewundert? Wie kann man ihn sogar als „Opfer einer durchfeminisierten und männerfeindlichen Gesellschaft“ betrachten? Vor allem wenn man bedenkt, für welche lächerlichen Peanuts Frauen vergleichsweise pauschal Männerhass unterstellt wird. Und hier passierten mehrere gezielte Morde und für den Täter wird Verständnis geäußert, weil man ja schon mal wütend werden kann, wenn einen keine Frau beachtet? Sicher war nicht nur Frauenhass ein Motiv, es wird allgemein Menschenhass ein Motiv gewesen sein. Was aber letztlich keine Rolle spielt. Er hat Menschen ermordet und es gibt keinen Anlass, diese Schuld irgendwie herumzudrehen und anderen Menschen aufzubürden, deren einziges Verbrechen es ist, nicht mit ihm schlafen zu wollen. Die Denke, es gäbe einen Anspruch auf Sex, und wenn der nicht befriedigt wird, sei physische oder psychische Gewalt ein nachvollziehbares oder gar legitimes Mittel, ist zutiefst pathologisch und vermutlich das Ergebnis einer toxischen Sozialisierung, die in solchen Subkulturen, wie man sie zB auch bei der Pick up-Ideologie findet, fleißig genährt wird. Aber kann das eine Entschuldigung für solche schrecklichen Straftaten sein? Natürlich nicht.

Wo bleibt hier also der Appell an die Eigenverantwortung für das Handeln eines jeden Einzelnen?

Letztlich kommt hier, wenig überraschend, das zum Vorschein, was im Antifeminismus üblich ist: Schuld sind Frauen und der Feminismus und die Gesellschaft. Also die anderen. Weil Sex – und zwar um Gottes Willen nicht nur mit einer Frau, das wäre ja voll beta!!!drölf, sondern mit möglichst vielen Frauen – das ist, was einen richtigen Mann ausmacht und die blöden Feministinnen das am liebsten alles verbieten wollen, können die natürlich auch nur Schuld an der Misere der Incels sein, die in dem Massenmord in Toronto ihren traurigen Höhepunkt fand.

5 Kommentare zu “#Incels und der Mörder von #Toronto

  1. Genau. Die jungen Männer haben einfach keine Perspektive, weil die Frauen von heute solch hohe Erwartungen haben. Natüüüürlich. Früher (wann eigentlich? In den 50-ern? Oder vor 200 Jahren? In der Steinzeit?) hätte es das nieee gegeben. Da hat immer jeder junge Mann eine Frau gehabt. Und das Flirten war ja so viel natürlicher (und wieder: wann genau? Etwa zu der Zeit, als größtenteils die Eltern den Partner aussuchten?).
    Ich frage mich nur, wie das mit der gängigen Meinung der MRAs zusammenpasst, die ja lautet, dass sich 80% aller Frauen fortgepflanzt haben, aber nur 20% der Männer, aber gut …
    Vielleicht glauben die ja, dass sie damals der Traum aller Schwiegerväter gewesen wären, die ihnen ihre „Stacy“-Töchter liebend gerne überreicht hätten … Die „Chads“ haben damals natürlich gar nicht existiert …

    Das Nächste ist natürlich, dass diese Incels meinen, es gäbe keine Frauen, die dasselbe unerträgliche Schicksal ereilt. Und wenn es das doch tut, sind sie natürlich auch wieder selber schuld – hätten sie doch einen Incel genommen … oder so.

  2. Du meinst es wäre Menschenhass, ergänzt es spielt eigentlich keine Rolle was es nun wirklich war und redest von Eigenverantwortung nur um dann wieder deinem üblichen Feindbildern die Schuld zuzuweisen?

    Keine Ahnung wie es beim neuesten Fall war, mit dem habe ich mich nicht wirklich beschäftigt, aber da du selbst den Bezug zu Elliot Rodgers kann ich zumindest zu diesem relativ objektiv sagen: Er war ein soziopathisches Arschloch. Das geht alleine schon daraus hervor wie er sich in seinen Texten selbst dargestellt hat (und dabei hat er sicherlich sogar noch versucht positiv zu wirken). Dort wird recht deutlich sichtbar, dass weder Feministen noch derren Gegner irgendeiner Verantwortlich dafür tragen, wenn überhaupt dessen Eltern. Schließlich haben diese seine Tendenzen (wenn auch unbewusst) gefördert. Rodgers erinnert an einen eindimensionalen Prinzen aus irgendeiner klischehaften Geschichte, dem alles zusteht und dem die Eltern praktisch jeden Wunsch erfüllen unabhängig von seinem Verhalten. Das einzige was sie ihm nicht geben konnten war die sexuelle Zuneigung einer Frau und da es für ihn selbstverständlich war ALLES zu bekommen was er wollte, war diese eine Sache die er nicht erhielt die größte vorstellbare Ungerechtigkeit. Wenn man dazu noch sein völliges fehlen an Empathie berücksichtigt, wird ziemlich klar was für eine tickende Zeitbombe er eigentlich war.

    Jeder der meint Feministen oder gar Frauen an sich hätten ihn dazu gemacht, hat sich komplett in seinem Feindbild verloren oder ist bestenfalls ein manipulierter Idiot. Alle die derren Gegnern eine Mitverantwortung geben wollen, wirkt vielleicht auf den ersten Blick etwas vernüftiger. Wie du jedoch selbst sagtest war Menschenhass das allgemeinere Motive und entsprechend wäre das Geschlecht oder die Sexualität eine andere gewesen, hätte sich am Ergebnis nicht viel geändert.

  3. Der häufigste gemeinsame Faktor beim Täterprofil ist Vaterlosigkeit – nach deiner Interpration wären die Massshootings das Werk von Vätern, die ihre Verantwortung nicht wahrnehmen.

    Ich bin froh, dass Typen wie du immer mehr von der Bildfläche verschwinden.

    • Ich bin froh, dass Typen wie du immer mehr von der Bildfläche verschwinden.

      Meinst du mich damit?
      Na träum mal schön weiter. 😀

    • Und, gibt es für diese Behauptung auch Statistiken, oder schüttelst du dir das einfach mal eben aus dem Ärmel?

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