Ein Rant: „ich könnte das nicht“ – #twitternwierueddel

Boah. Kaum ein Satz langweilt und nervt mich gleichermaßen seit langer Zeit so sehr wie dieser. Ich behaupte, es gibt keine Pflegekraft, die das nicht schon 100 Mal gehört hat.

All den Leuten, die das so betonen, dass sie „das nicht könnten“ will ich zugute halten, dass es vermutlich weder abwertend oder sonstwie aus negativer Absicht heraus gesagt wird, sondern im Gegenteil eine Art Respekt bekundet werden soll.

Aber ganz ehrlich? Wir wollen das nicht wissen!
Warum? Weil es irrelevant ist und keinem was nützt. Ich könnte auch viele Dinge nicht, die andere tun. Interessiert das wen? Nein.

Wir brauchen kein Mitleid und wir brauchen keine sinnleeren Floskeln wie „5 vor 12“ oder eben „ich könnte das nicht“ oder „die Helden des Alltags“. Wir brauchen auch keinen Heiligenschein, der uns regelmäßig aufgesetzt wird, wenn von „Berufung“ gefaselt wird. Wir sind keine selbstlosen, zur Pflege berufenen Nonnen, die zum Vergelts-Gott-Tarif, ein Lächeln, ein Danke oder einen feuchten Händedruck arbeiten wollen. Wir sind eine ernstzunehmende Profession und ich erwarte verdammt noch mal, dass wir unter vernünftigen Bedingungen arbeiten können und das auch entsprechend honoriert wird.

Was wir also brauchen, ist eine bessere Bezahlung, einen bundeseinheitlichen Personalschlüssel und vor allem eine starke einflussreiche Lobby!

Die letzten Tage haben mich so wütend gemacht wie selten zuvor. Der Hashtag #twitternwierueddel hat es (immerhin schon nach 2 Tagen seit dem ersten Tweet) in die Medien geschafft und mich wundern vor allem die schockierten Reaktionen von Außenstehenden. Grad so, als hörten sie zum ersten Mal, dass in der Pflege gewaltig was schief läuft. Ja Leute, habt ihr denn die letzten Jahre gepennt?! Wann habt ihr das letzte Mal mit jemanden von der Basis gesprochen? Oder bei Twitter unter den vielen Hashtags reingeschaut, die die Pflegenden seit JAH-REN alle Nase lang verbreiten? #Pflegestreik, #Pflegenotstand, #PflegeamBoden, #Pflegekann, #Pflegestehtauf, etc? Lest ihr nur Bild und guckt Bachelor oder was?!

Für mich ist das ein Zeichen dafür, wie sehr das ganze Thema gern weggeschoben und ignoriert wird. Man will sich damit nicht beschäftigen, es könnte ja unangenehm werden. Aber Leute, es wird auch euch eines Tages direkt treffen. Jeden von euch! Irgendwann. Jeder hat Eltern und Großeltern, vermutlich muß jeder irgendwann mal in eine Klink, jeder wird älter und vielleicht selbst auf Pflege angewiesen sein. Und dann wird das Gejammer groß sein.

Ich verstehe jeden, der der Pflege freundlich lächelnd den Mittelfinger ausstreckt und in den Pflexit geht, aber das kann ja nicht die ultimative Lösung sein. Ich will nicht in den Pflexit. Ich will meine Arbeit so ausüben können, wie ich es mal gelernt habe. Und das letzte was ich dafür brauche, sind große erstaunte oder mitleidige Augen, die mir beteuern, dass sie „das ja nicht könnten“. Also lasst das einfach. Es interessiert niemanden, was ihr könnt oder nicht könnt. Uns interessiert nur, was noch alles passieren muß, damit die Politik endlich aufwacht und die Realität sieht und handelt. Und zwar mit wirklichen Verbesserungen und nicht mit lächerlichen 8000 zusätzlichen Stellen.

#mitRechtenreden

Tja nun, wo soll ich anfangen?

Dass man mit den Rechten reden soll, heißt es überall. Vor Kurzem kam ich in das zweifelhafte Vergnügen, anfangs ohne es zu wissen. Besagte Person, um die es geht, hatte ich mir vorher nicht näher angeschaut, nicht ihr Profil, nicht ihre bisherigen Tweets. Es gab nur eine Aussage, der ich größtenteils zugestimmt habe. Und dann begann das Abenteuer 🙂

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Kluge Frauen der Geschichte

Die Tweetreihe von @MaditaPims, die eine ganze Reihe an großartigen bedeutenden klugen Frauen der Geschichte gelistet hat, möchte ich nicht im Twitter-Nirvana verschwinden lassen und widme ihnen hier einen eigenen Platz. 🙂
Frauen, die schon zu ihrer Zeit den revolutionären Gedanken vertreten und verbreitet haben, freie Individuen zu sein. Andere Köpfe zweifelten in dieser Zeit noch am Menschsein der Frau. Und wieder andere sind heute noch rückständiger als diese Frauen damals.



















#Tour41 – für die Abschaffung der Verjährungsfrist bei Kindesmißbrauch

Ich bin auf eine Aktion aufmerksam gemacht worden mit der Bitte, sie zu verbreiten, was ich gern tue.

Tour41 ist ein Verein, der sich für missbrauchte Kinder einsetzt und als erklärtes Ziel unter anderem die Abschaffung der Verjährungfrist bei Kindesmißbrauch angibt.

Die Petition, die ihr mit einer Unterschrift unterstützen könnt, ist ebenfalls dort verlinkt.

Tour41 möchte 1 Million Unterschriften erreichen. Noch sind es erschreckend wenig.

Vielmehr möchte ich dazu nicht sagen, das Thema, sowie die Webseite spricht für sich selbst. Also unterschreibt einfach.

AfD also. Und jetzt?

Jetzt ist es also amtlich. Im Bundestag werden eine Reihe überzeugter Rassisten sitzen und mit wirren Reden sowohl Volk und Parlament empören.

2 oder 3 kleine Gedanken will ich dazu sagen.

Dass dieses Wahlergebnis beschissen ist, wissen wir alle. Ich kann aber diese allseits auftretende AfD-Panik nicht mehr so ganz teilen. Vielleicht, weil sie mich so gehäuft schlicht langsam nervt. Vielleicht auch, weil es mich schon verwundert, wie einen ein solches Ergebnis ernsthaft überraschen konnte.

Die AfD ist ein komplett verlogener und politisch dilettantischer Faschistenhaufen, der nicht auf Politik mit Inhalten, sondern auf Pöbelei setzt und daher als ernstzunehmende Opposition komplett versagen wird. Leider ist sie alles andere als dilettantisch, was PR angeht. Sie haut quasi im Minutentakt menschenverachtenden rassistischen Unsinn heraus und alles stürzt sich drauf und ist wütend und angeekelt, was übrigens eine sehr menschliche Schwäche ist, von der ich mich selbst absolut nicht ausnehme. Nur muß man leider eingestehen, dass genau das die sehr kalkulierte Strategie der AfD war, die sie letztlich auch gestärkt hat.

Die Partei selbst, aber auch der Umgang anderer Parteien mit ihr erinnert mich fatal an strunzdummen Antifeminismus, wo man sich in haargenau der gleichen Weise lieber panisch und hysterisch am geliebten Feindbild abarbeitet, statt sich auf konstruktive Inhalte zu konzentrieren. Und in dem Punkt muß ich sogar Christian Lindner zustimmen, der ganz treffend in der Berliner Runde sinngemäß analysiert hat, dass die AfD überhaupt kein Interesse an ernsthafter politischer Arbeit hat, und dass es extrem unsinnig von allen anderen Parteien ist, bei jeder geschickt inszenierten Parole die Panik vor einer neuen Nazi-Diktatur zu befeuern.

(ca. ab 32.20)

Ich stimmt ihm zwar nicht zu, dass man sie ignorieren, sondern sehr wohl in aller gebotenen Schärfe kritisieren sollte, aber der Fokus muß einfach auf anderen Dingen liegen. Wenn die AfD merkt, dass man lieber Wert darauf legt, konstruktiv politisch zu arbeiten und sich nicht von Menschenverachtung provozieren zu lassen, wird sie über kurz oder lang wieder in der wohlverdienten Versenkung verschwinden.

Wie Antifeministen sich ihre eigene Wahrheit basteln

Es gab wieder mal antifeministische Realsatire bei Twitter zu bewundern.

Auf diesen Tweet hin

der nichts weiter aussagt als das was drinsteht, zaubern sich Antifeministen wieder mal ihre eigene Wahrheit zurecht. Über diverse Hinweise bekam ich einen Tweet von Trollchrissi, der eigentlich schon längst geblockt ist, zu sehen

Da wird also aus Unwissenheit/Gehässigkeit oder warum auch immer irgendwas behauptet. Keine Frage, sondern eine Behauptung.

Das allein ist in seiner Peinlichkeit eigentlich schon witzig genug. Aber auch andere Reaktionen haben das Ihrige dazu getan, um das Bild des Antifeminismus in seiner schönsten Form glänzen zu lassen.

Lukas Schoppe springt auf den Zug auf

Helge Thießen übersieht lieber gleich ganz die Falschaussage

und versucht sich an einer Rechtfertigung, die mehr über Chrissis Lesevermögen aussagt, als ihn lieb sein dürfte.

Zudem habe ich mitbekommen, dass Chrissi es am liebsten hätte, dass @ resolute Nuss mich auf diesen unsäglichen Quatsch hinweist, damit ich ihm Rede und Antwort stehe, weil „ihn eine Antwort schon interessiert“. Dieser hat sich aber anständigerweise zurückgehalten. Aber selbst wenn er es täte:

Einen Scheiß werd ich. Als ob ihn Details aus meinem Privatleben den Dreck unterm Fingernagel angehen, als ob es da um ehrliches Interesse (woran auch immer) ginge. Wer von vornherein ohne Kenntnisse und ohne vorher zu fragen, Lügen in seiner TL verbreitet, der hat doch kein Interesse an einer Antwort. Der will nur von leichtgläubigen Lemmingen bestätigt werden und sein ideologisches Weltbild festigen.

Eins zeigt es jedenfalls deutlich. Antifeministen sind derart simpel gestrickt, dass jede Andeutung, die Geld betrifft, sie aufscheucht wie gackernde Hühner und ihr Hirn im pawlowschen Reflex nur eine Schlußfolgerung zulässt: UNTERHALT!!!! WOHOOO



Dass es um tausend andere Dinge gehen könnte, darauf kommen sie gar nicht. Tja, Antifeministen und ihre scheuklappigen kleinen Weltbilder, die nur mit haltlosen Spekulationen aufrecht gehalten werden können. Eigentlich fast bedauernswert. Fast.

Und nachdem ich auf Twitter nun schon einiges dazu gesagt habe und die Lüge als solche aufgedeckt habe, was passiert? Eine Entschuldigung? Ein Einsehen? Irgendwas, das zeigt, dass man erkannt hat, sich wiedermal mächtig verrannt zu haben? Nix. Nur „runterkommen“ soll man mal. Logo, ist ja auch peinlich, bei so hanebüchenem Unsinn ertappt worden zu sein. Also besser nix mehr sagen, Tuch drüber, vergessen. Ja, so hätten sie es gern… ^^

Für mich zeigt das nur, dass keiner von denen Manns genug ist, einen Fehler einzugestehen. Erst Klappe aufreißen und dummes Zeug reden, und dann stillschweigen und hoffen dass keiner mehr drüber redet. Tja, Pech gehabt. 🙂

(Und wenn Trollchrissi bei jedem seiner lieblos hingefrickelten Artikel so recherchiert und schlußfolgert (also mit Halbwissen irgendwelche Mutmaßungen und Unterstellungen in die Welt setzen) wie in diesem Fall, wundert einen sein „Blogniveau“ natürlich auch nicht mehr. :p )

Jetzt könnte man ja auch sagen „naja hat halt jemand wieder Unsinn geredet. Was solls. Wozu drüber aufregen?“

Ich finde das aber so herrlich exemplarisch, wie Antifeministen vorgehen, welche Mittel ihnen recht sind, wie schnell Behauptungen als Fakt verkauft werden sollen. Man nimmt eine Aussage, erfindet was dazu und schon ist eine Lüge verbreitet. Und ich finde die Story viel zu schön und viel zu bezeichnend, um sie unkommentiert im Netz-Nirvana verschwinden zu lassen 🙂

Das ist alles so zum Fremdschämen absurd, das kann sich keiner ausdenken. Wäre Antifeminismus nicht schon per se ein Realsatire-Kino, ich könnte es nicht besser erfinden. ^^

#Pflege: Schüleranleitung

Aus den konkreten Erfahrungen der letzten Tage möchte ich heute mal über ein Thema sprechen, das ich zweischneidig betrachte.

Ich freue mich grundsätzlich sehr über jeden, der sich entschließt, die Pflegeausbildung zu absolvieren. Dass wir Nachwuchs an Fachkräften brauchen, ist schließlich kein Geheimnis.

Nun hatte ich in den letzen Tagen die konkrete Aufgabe, unseren Schüler in den Aufgabenbereich der Schichtleitung einzuarbeiten. Sprich, neben der Pflege der Bewohner Medikamente vorbereiten und verabreichen, Bestellungen, Schriftkram erledigen, Arztvisiten begleiten, den Schichtablauf organisieren, etc. Er sollte das alles unter meiner Anleitung und Aufsicht erledigen. War auch alles kein größeres Problem. Mit ein bisschen Hilfe hat er das unter Berücksichtigung seiner fehlenden Erfahrung ganz gut gemacht. Hätte er sich total verrannt im Stress, hätte ich natürlich eingegriffen, aber dass er anfangs für alles etwas länger braucht, weil er alles genau nachlesen muß, ist völlig normal und das werte ich eher positiver als wenn er schlampig gearbeitet hätte, weil er schnell alles hinter sich bringen will. Am ersten Tag hab ich ihn noch in diversen Dingen unterstützt und Aufgaben abgenommen, aber später hat er das ganz gut selbst hingekriegt. Nur ans Telefon bin ich immer selbst gegangen, immer mit dem Hinweis, dass das jetzt eigentlich seine Aufgabe wäre und ich sah seinen Schweiß auf der Stirn. Aber ich wollte ihn zu Anfang noch nicht überfordern.
Insofern also alles gut und schön.

Aber jeder, der Ahnung von der Materie hat, weiß, wie selten es der Fall ist, dass Schüler und ihre Mentoren so viel Zeit haben, dass sie diverse Aufgaben gemeinsam in Ruhe durcharbeiten können. Ich erinnere mich an meine eigene Ausbildung, dass ich nicht den Luxus hatte, unter helfenden Adleraugen eine ganze Schicht zu organisieren, um den Ablauf der Schichtleitung kennenzulernen.

Heute gab es das Abschlußgespräch und er meinte, er fand das ganz toll, dass er alles mal kennenlernen konnte und ich immer unterstützend dabei war und Fragen beantworten konnte. Kleine Sticheleien meinerseits konnte ich mir dabei natürlich nicht verkneifen: „Morgen hast du Bereitschaft und musst im ganzen Haus die Diabetiker spritzen. Auf der anderen Station ist heute keine Fachkraft, da zieht heute ein neuer Bewohner ein, das musst du erledigen, der MDK kommt zur Begutachtung, Frau x und Herr y kommen aus dem Krankenhaus zurück, nachher musst du noch 5 Ärzte anrufen und Anordnungen klären und dann kollabiert auch noch jemand, dann musst du den Notarzt rufen, und alle 5 Minuten Telefon, Angehörige, die Fragen an dich haben und Pflegehelfer, die ständig zu dir kommen und deine Hilfe brauchen. Daran musst du dich gewöhnen“.
„Puh“.
„Aber mach dir keine Panik, mit der Zeit kriegst du das alles hin“

Von der WBL bekam ich das Feedback, dass ich wohl eine ganz gute fachliche Anleitung geleistet habe. Die gleiche WBL, die mir schon mehrmals die Weiterbildung zur Mentorin nahegelegt hat. Ich habe aber abgelehnt, weil ich die Verantwortung nicht tragen will, einen Schüler 3 Jahre zum Examen zu begleiten, solange nicht sichergestellt ist, dass wir die erforderliche Zeit für gemeinsame Aufgaben haben.

Mich würden mal die Alltagserfahrungen der Mentoren interessieren, die regelmäßig 3 Jahre lang Schüler unter sich haben und sie auf das Examen vorbereiten müssen. Wie funktioniert die Praxisanleitung im Alltag?

#Pflege: Aushilfen von Zeitarbeitsfirmen

Ein tagtägliches Problem in der Pflege dank des Pflegenotstandes. Wer kennt es nicht. Regelmäßig müssen von außen Aushilfen bestellt werden, weil das übrig gebliebene Stammpersonal den Bedarf nicht abdecken kann. Dann werden Leute von Personaldienstleistern bestellt.

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